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Obrigheim. Reges Interesse fand eine Informationsveranstaltung der Obrigheimer CDU zum Biomasseheizkraftwerk Obrigheim, wo der Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Landkreises (AWN) Dr. Mathias Ginter das Projekt vorstellte. CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser wies eingangs auf die gemeinsamen Bemühungen von Gemeinde und Landkreis sowie der CDU-Fraktionen hin, den Energiestandort Obrigheim zu erhalten. Das KWO, das vor zwei Jahren von der rot-grünen Bundesregierung aus politischen Gründen vom Netz gehen musste, könne das geplante Biomassekraftwerk weder von der elektrischen Leistung, der Zahl der Arbeitskräfte und der Steuerkraft ersetzen, aber es sei ein Anfang, dem Energiestandort eine neue Perspektive zu geben. Er dankte „Projektentwickler“ Dr. Mathias Ginter für seine langandauernden Bemühungen. Dr. Ginter stellte zunächst die „Landkreistochter“ AWN vor, die -1992 gegründet- sich zunächst nur mit dem Abfall befasste, dann aber mit dem Zentrum für Entsorgung und Umweltwelttechnologie (ZEUS) auf der Mülldeponie sich in den letzten Jahren um die Erzeugung und Vermarktung von Energien kümmerte. Die Unternehmensvision sei, Abfall-, Energie- und Landwirtschaft miteinander zu vernetzen und dadurch nachhaltig Energie zu gewinnen. Für den Landkreis mit 47% landwirtschaftlich und 42% forstwirtschaftlich genutzter Flächen eröffneten sich dadurch neue Perspektiven. Das von Landrat Dr. Achim Brötel propagierte Ziel, die vollständige Versorgung aller Haushalte im Landkreis mit erneuerbaren Energien bis 2.009 zu erreichen, werde vermutlich schon früher erreicht. So werde am Standort Buchen über Deponiegas und ein Biomassekraftwerk bislang schon Energie für 60.000 Menschen erzeugt. Neben einem weiteren privat betriebenen Biomassekraftwerk in Mudau solle nun das Biomasseheizkraftwerk in Obrigheim weitere 50.000 Einwohner mit elektrischer Leistung versorgen. Hinzu kommt der im Aufbau befindliche Biogaspark. Das Obrigheimer Werk, dessen Baubeginn im Herbst war, solle im Herbst 2008 mit 6,5 MW ans Netz gehen. 8.000 Betriebsstunden soll es jährlich im Grundlastbereich Energie einspeisen. Es basiert auf einem breiten Versorgungskonzept von nachwachsenden Rohstoffen aus einem regionalen Umkreis von 30 – 40 km, vornehmlich Grüngut, Waldrest- und Schadholz, Wurzelstöcken, Industrieholz. Der Input beträgt jährlich 65.000 t. Damit würden jährlich ca. 30.000 t CO² Emissionen eingespart; die Gemeinde Obrigheim wäre damit“CO² neutral“. Das Biomassekraftwerk solle Signalfunktion haben und sei der „Startschuss für weitere Projekte; denn es soll auch die Abwärme genutzt werden. Die Investition beträgt 17,4 Millionen; an der Betreibergesellschaft ist die AWN mit 26% und die Gemeinde Obrigheim mit 10% beteiligt. Auf die zahlreiche Fragen zum Projekt und darüber hinaus gab Dr. Ginter ausführlich Antwort.
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